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Andreas M. Kohn
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Seien Sie egoistisch!

Nach § 249 BGB hat, wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, den Zustand herzu­stellen der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht ein­getreten wäre. Ist wegen Verletzung einer Person oder wegen Beschädigung ei­ner Sache Schadenersatz zu leisten, so kann der Geschädigte statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlan­gen.

Dieser Grundsatz, der dem kompletten Recht des Schadenersatzes zugrunde liegt, ist der Grundsatz der Naturalrestitution. So einfach dieser Grundsatz klingt, er ist Dreh- und Angelpunkt fast jedes schadenersatzrechtlichen Streites. Dies insbeson­dere dann, wenn bei einem Unfall Geschädigter und gegnerische Versicherung auf­einander treffen.

Versicherungen sind Wirtschaftsunternehmen! So freundlich und bemüht sie auch direkt nach einem Unfall wirken, wenn sie sich oft binnen weniger Stunden beim Ge­schädigten melden, so geht es ihnen weniger darum, dass der Geschädigte mög­lichst schnell zu den ihm zustehenden Ansprüchen kommt sondern vielmehr darum, dass der Unfall für sie so „billig“ wie möglich wird.

Das Angebot erscheint zunächst verlockend: „Lehnen sie sich zurück, wir erledigen das für sie. Wir beauftragen einen Gutachter, wir errechnen den Schaden für sie, wir vermitteln ihnen eine Leihwagen usw. usw.“

Schnell ist dabei vergessen, dass jeder Geschädigte in Deutschland auch einen An­spruch darauf hat, unabhängig – nämlich von einem Rechtsanwalt seiner Wahl – be­raten zu werden. Bei einem schuldlosen Unfall bedeutet dies, dass die Versiche­rung des Schädigers sämtliche Kosten der Rechtsverfolgung, also auch die Gebüh­ren des Anwalts, übernehmen muss; es sei denn, es handelt sich – von vorne herein abseh­bar – um einen Bagatellunfall, dessen Schaden 500 Euro (inkl. aller Nebenleistun­gen) nicht übersteigt.

Ein im Verkehrsrecht erfahrener Rechtsanwalt weiß, wie die Schadenpositionen zu errechnen sind.